Welcher Farbtyp bin ich? von Christiane Grübbel

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    Alice Rollet
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Welcher Farbtyp bin ich? von Christiane Grübbel

Beitrag von Alice Rollet DBSV Mitarbeiter » 08.03.2022, 18:12

Hi Ihr,

am 8.2 hat Christiane Grübbel im Rahmen eines Farbseminars erzählt, wie man seinen Farbtyp entdeckt. Hier findet Ihr ein Paar Tipps zum Thema.

Gibt es einen Farbtyp?
Nach dem Motto schau mir in die Augen und ich sage dir deinen Farbtyp. Wäre es nicht schön, wenn man eine Tabelle hätte und einfach ablesen könnte, der ist das, die ist das, usw. Das wünschen sich wohl alle, ob blind oder sehend! Aber: so leicht ist es tatsächlich nicht.
Ganz früher, in den 70er Jahren gab es die vereinfachte Form der 4 Farbtypen, die aber seit langer Zeit nicht mehr gültig ist: Frühling, Sommer, Herbst und Winter, das heißt blaue Augen waren Frühling, braune Augen waren Herbst, usw. Bestimmt habt ihr das schon mal gehört! Aber wie soll das gehen? Vier Schubladen für die ganze Menschheit?
Also wie kann man sich das vorstellen, wie findet eine Farbtypbestimmung statt? Bevor ich die Analyse vor dem Spiegel mit meinen ca. 120 Farbtüchern beginne, schaue ich erst mal auf bestimmte 3 Merkmale:

Die Temperatur:
Das heißt warmer oder kalter Farbtyp – Gelb grundiger oder Blaugrundiger Farbtyp. Ihr habt es vielleicht schon mal gehört: „Oh, du hast eine gelbliche Haut, du bist bestimmt ein warmer Farbtyp“. Da ist ein bisschen Chemie im Spiel.
Aus den Farb-Pigmenten Melanin, Karotin und Hämoglobin entsteht eine unverwechselbare Mischung: z.B. Melanin und Karotin im warmen, gelbgrundigen Bereich, der allerdings in unseren Breitengraden extrem selten vorkommt.
Dann die kalten, Blau grundigen Bereiche, bei denen das Hämoglobin dazukommt und dann natürlich die Mischtypen. Je nachdem, wie diese drei Pigmente in der Haut verteilt sind, entsteht ein Blaugrundiges oder Gelbgrundiges Aussehen.
Die Intensität:
Auch die Dicke der Haut spielt eine Rolle und das könnt ihr selber gut erspüren: eine feste Haut, in die man auch mal hineinkneifen kann, ohne dass eine Rötung zurückbleibt, fällt oft in einen farbintensiveren Bereich, d.h. Pastelliges und ganz zarte Farben funktionieren nicht gut. Evtl. gibt es hier auch feste Haare und breitere Augenbrauen.
Eine zarte Haut, ihr fühlt das, wenn sie empfindlich ist, vielleicht ist sie dünner, oder jemand sagt zu euch, oh, du hast so eine zarte Haut, kann auf etwas zartere Farben hinweisen. Meistens sind hier auch die Augenbrauen zarter oder schmal oder wenig sichtbar; evtl. auch die Haare fein, muss aber nicht sein.
Kommen wir noch zu deiner Augenfarbe: ein sehr wichtiges Kriterium bei der Farbanalyse: Lasst euch eure natürliche Augenfarbe genau beschreiben! Auch wenn es manchmal Prothetik gibt, ist an einem Auge oft die natürliche Augenfarbe erkennbar;

Der Lichtwert
Er spielt eine große Rolle als Ergänzung: wie hell, wie mittel wie dunkel ist der Farbton.
Beispiele: Es gibt kühle graue oder blaugraue Augen. Schön sind hier Pink-Töne, blaues und rotes Lila, Türkis, verschiedene Blautöne, vielleicht auch ein Rot. Achtung zur Erinnerung: hell mittel dunkel?
Farbtyp wäre: blaugrundig, wahrscheinlich intensiv und man müsste schauen, ob hell oder mittel oder dunkel.

Dann gibt es noch die warmen braunen, braungrünen oder grünbraunen Augen, manchmal auch mit bernsteinfarbenen Sprenkeln, die dazu führen, dass man zusätzlich auch mal ein einen kupferfarbenen Anhänger oder ein warmes Grün z. B. als Schmuck als Akzent tragen kann. Schön sind hier ein rotes Lila sowie Grün in hell und dunkel oder auch einfach ein Braun! Dieser Farbtyp ist oft zu finden, er kann intensiv oder zart sein, das kann man wirklich nur vor Ort herausfinden.

Oft findet man diesen Farbtyp in südländischen Breitengraden, die dann in den blaugrundigen Farben strahlen und so toll dunkle Farben tragen können bis hin zum schwarz. Schwarz ist ein Extrakapitel für sich, es wird so oft angeboten und so viele Menschen sind in dieser Farbe nicht in ihrer Präsenz. Also Achtung mit Schwarz. Wenn ihr euch nicht sicher seid, Schwarz meiden.
Und die ganz warmen Augen, die sogenannten „Herbstaugen“, die es allerdings sehr selten gibt, die vertragen zu zwei Dritteln gut warme Töne, braun und grün, zu einem Drittel sogar zusätzlich ein dunkles Violett oder sogar Dunkelblau.
Bei diesem Farbtyp kann die Haut rosig sein und bräunt schlecht, weist aber einen goldenen Schimmer auf.

Ihr seht also – das Gesamtbild ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel: Augen, Haut- und Haarbeschaffenheit. Wenn ihr eine Prothetik habt oder benötigt, lasst euch also eure genetische Augenfarbe ganz genau beschreiben und bittet bei der Farbwahl immer sehende Freunde oder Familienmitglieder eures Vertrauens dazu, die ganz genau schauen, ob bei der Anfertigung auf die (oben beschriebenen) Augenfarbkombinationen Rücksicht genommen wird.
Denn wenn jemand genetisch bedingt warme grünbraune Augen hat, sollte die Farbe der Prothetik auch in diesem Bereich liegen und nicht nach dem Motto „Braun ist braun!“ durch ein kühles Grün mit Braun ersetzt werden.
Wem statt einem intensiven Blau ein verwaschenes Jeansblau als Augenfarbe verpasst wird, verhilft das bestimmt nicht zu einem strahlenden Erscheinungsbild. Erklärt das auch immer eurer Begleitung, denn auch Sehende wissen oft nicht, worauf sie da achten müssen!

Gern noch etwas zu dunkelhäutigen Menschen aus verschiedenen Ländern:
Asiatischen Menschen: nach ca. 35 jähriger Erfahrung meiner Ausbilderin sind diese Menschen (fast) immer im blaugrundigen Bereich am präsentesten und schönsten.
Das heißt: toll sind Dunkelblau Töne, Dunkelgrün (blaugrün).
Achtung: kein Gelbgrün wie Oliv, Dunkelmagenta, Schwarz, Dunkelviolett.
Ich pauschaliere nicht gern- aber das könnte man so stehen lassen, Schwarz geht hier (fast) immer, die anderen Töne müssen individuell ausgetestet werden, da kommt wieder die Augenfarbe ins Spiel. Aber die Richtung stimmt in jedem Fall.

Farbtyp und Modeindustrie
Ihr ahnt es, insgesamt ist das also mit dem Farbtyp keine ganz so leichte Angelegenheit!
Stellt euch unsere Haut als einen genetischen Fingerabdruck vor, denn außer der Tatsache, dass die Haut im Alter dünner wird, verändert sie ihren Farbton nicht. Später, wenn graue Haare dazukommen, gibt es zwar kleine Veränderungen zu beachten, aber nicht grundsätzlich am Farbtyp. Wer also in jungen Jahren intensive Farben trägt, kann sie auch im Alter tragen. Gleiches gilt bei zarten Farbtypen.
Die Modeindustrie beeindruckt der individuelle Farbtyp leider wenig; einige Farben werden zur Mode der Saison ausgerufen und man findet dann in den Läden nur noch diese Farben. Schade auch, dass die Modeindustrie Beige immer wieder und oft herstellt. Ein schwieriges Kapitel - wie mache ich mich unabhängig von den Modefarben?
Wenn ihr allein einkaufen geht: ein gutes Geschäft und vertrauensvolle Verkäufer aufsuchen; Freundin, Freund, Familie? zur Begleitung, die aber nicht ihren eigenen Kleidungsstil auf euch projizieren.
Oder eben mit sehender Begleitung das Internet aufsuchen, in dem es oft mehr Farben gibt als in den Geschäften vor Ort, Farben, die vielleicht nicht gerade in Mode sind, aber euch gut zu Gesicht stehen.
Oder - ihr kommt zu mir und erlebt die Farbanalyse hautnah und professionell.

Wenn ihr selbst bestimmte Fragen habt – gern: chrisgruebbel@web.de
eure Christiane Grübbel
https://www.du-bistschoen.de

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