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Volunteam – Tinder fürs Ehrenamt

Verfasst: 05.09.2026, 15:34
von Sophie Heinicke
Wer helfen möchte, kennt das Problem: Man hat Zeit, Motivation und gute Absichten – aber keine Ahnung, wo man anfangen soll. Genau hier setzt das junge Startup Volunteam aus Esslingen an.
Die Plattform verfolgt eine einfache Idee: Ehrenamt soll so unkompliziert werden wie die Buchung eines Kinotickets. Statt sich langfristig zu verpflichten, können Interessierte kurze, klar definierte Einsätze in ihrer Nähe finden – etwa einen Spaziergang mit Senioren, Unterstützung bei einer Veranstaltung oder Hilfe bei einer Formularsprechstunde. Die Anmeldung erfolgt digital und ohne lange Bewerbungsprozesse.

Ehrenamt ohne Verpflichtungsangst
Hinter Volunteam stehen die Gründer Tristan Eberhardt und Noah Scholz. Die Idee entstand aus der Frage, wie soziale Einrichtungen leichter Unterstützer finden können. Nach einer mehrjährigen Entwicklungsphase startete die Plattform Anfang 2026 in Kooperation mit der Stadt Esslingen in die Pilotphase.

Das Besondere: Volunteam richtet sich gezielt an Menschen, die sich zwar engagieren möchten, aber keine feste Vereinsmitgliedschaft oder dauerhafte Verpflichtung eingehen wollen. Die Einsätze dauern oft nur wenige Stunden. Dadurch soll die Hemmschwelle für den Einstieg ins Ehrenamt deutlich sinken.
Auf der Plattform finden sich bereits Aufgaben wie Fotografieren für Benefizveranstaltungen, Unterstützung bei Nachbarschaftstreffs oder Hilfe für Senioren bei Behördenschreiben.

Mehr als nur Helfen
Die Gründer verfolgen noch ein weiteres Ziel: Ehrenamt soll auch als Orientierungshilfe für Ausbildung und Beruf dienen. Wer sich engagiert, kann Einblicke in soziale Berufe erhalten und praktische Erfahrungen sammeln. Damit möchte Volunteam langfristig auch dem Fachkräftemangel im sozialen Bereich entgegenwirken.

Diese Initiativen verfolgen ähnliche Ideen
Volunteam ist nicht allein. In Deutschland entstehen immer mehr Plattformen, die soziales Engagement modernisieren.

Letsact: Die App Letsact bringt Freiwillige und gemeinnützige Organisationen digital zusammen. Nach eigenen Angaben wurden bereits über 150.000 App-Downloads verzeichnet. Nutzer können passende Projekte in ihrer Umgebung finden oder sich flexibel für Aktionen anmelden.

Foodsharing: Foodsharing vermittelt keine Ehrenämter im klassischen Sinn, zeigt aber, wie digitale Plattformen gesellschaftliches Engagement erleichtern können. Freiwillige retten überschüssige Lebensmittel vor der Entsorgung und geben sie kostenlos weiter.

Flugpaten-Netzwerke: Organisationen wie Flugpate.com vermitteln Reisende, die auf ihrem Rückflug gerettete Hunde und Katzen begleiten. Für die Tiere bedeutet dies oft die Chance auf ein neues Zuhause.

Nebenan.de und lokale Helfernetzwerke: In vielen Städten entstehen Nachbarschaftsnetzwerke, über die Hilfe für Senioren, Familien oder Menschen mit Behinderungen organisiert wird. Oft reichen wenige Minuten Zeit, um einen großen Unterschied zu machen.

Vielleicht suchen wir dich
Es ist glaube ich kein Geheimnis, dass auch die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe Probleme hat neue Engagierte zu finden. Das hat viele Gründe. Dabei ist das was wir tun wichtig und unsere Verbandsstruktur ein riesiger Vorteil.

Im Grunde hat bei uns jeder einen Platz – wenn man denn möchte. Ihr wollt politisch etwas bewegen? Dafür haben wir Landesvereine, Arbeits- und Fachgruppen.
Das ist euch zu trocken und theoretisch? Dann plant mit uns coole Events und Ausflüge.
Oder seid ihr doch eher digital unterwegs? Von Social Media über Gaming-Sessions bis hin zur Hilfe beim technischen Support: alles ist wichtig und bei uns möglich.

Wir suchen Leute die Lust haben unsere Angebote mit dem was ihnen Spaß macht zu erweitern. Und falls du jetzt darüber ins Grübeln gekommen bist, dann melde dich doch einfach mal bei mir (Sophie).

Eine neue Generation des Ehrenamts
Früher bedeutete Ehrenamt oft jahrelange Vereinsarbeit. Heute wünschen sich viele Menschen mehr Flexibilität. Projekte wie Volunteam reagieren auf diesen Wandel und zeigen, dass Engagement auch spontan, digital und niedrigschwellig funktionieren kann.
Vielleicht liegt genau darin die Zukunft des Ehrenamts: Nicht jeder muss jeden Samstag opfern. Manchmal reicht schon ein freier Nachmittag, um jemandem den Tag zu verschönern.